Das Gurtzeug auch „Rig“ genannt, beinhaltet den Reserve- und Hauptfallschirm. Diese Systeme
stehen in keinem Zusammenhang und können unabhängig voneiander ausgelöst werden.
So kann es z. B. nötig sein, bei einem Defekt am Flugzeug und einer geringen Ausstiegshöhe gleich die Reserve zu ziehen, da der Reserveschirm eine wesentlich kürzere Öffnungszeit hat!
Der Hauptschirm wird mittels eines Hilfschirmes der in einer Tasche an der Unterseite des Gurt
zeugs steckt geöffnet. Hierbei wird das sogenannte Handdeploy (Ball oder Griffkissen) gezogen
und der Hilfsschirm so in den Luftstrom geworfen. Der geöffnete Hifsschirm zieht somit den Haupt
schirm aus dem Container und dieser sollte dann, soweit er anständig gepackt wurde auch auf- gehen.
Es könnte ja durchaus einmal passieren, dass der Hauptschirm uns seinen Dienst versagt und
wir die Reserve benötigen-Null Problemo-denn an der Vorderseite vom Gurtzeug sind 2 Griffe
angebracht, die für dieses Notverfahren benötigt werden. 1. Der Trenngriff-mit diesem wird der
nicht funktionierende Schirm vom Gurtzeug getrennt und fliegt dann allein nach unten. 2- der
Reservegriff- mit dem dann die Reserve ausgelöst wird. Keine Angst-die geht immer auf!!
Zusätzlich sollte heute in jedem Gurtzeug ein Öffnungsautomat eingebaut sein. Dieser soll falls
der Springer- aus welchen Gründen auch immer-nicht fähig sein sollte seinen Schirm zu öffnen,
die Reserve bei 230 m über Grund öffnen! Dieser Automat muss natürlich von seinem Herrchen
beim Eintreffen am Sprungplatz auch eingeschaltet und überprüft werden. Der Marktführer ist
das „Cypres“ gefolgt vom „Vigil“.
Ein weiteres Hilfsmittel zur Schirmöffnung im Notfall ist die sogenannte RSL Reserve-Static-Line.
Diese Leine ist mit dem Hauptschirm verbunden und zieht beim Abtrennen des Hauptschirmes
den Reservepin und öffnet den Reserveschirm auch ohne betätigen des Griffes am Gurtzeug!
Auch hier gilt: Die RSL sollte auch eingehängt sein. In der Neuzeit kommt auch der sogenannte
„Skyhook“ zum Einsatz. Er funktioniert ähnlich der RSL, wobei hier nicht der Reservepin gezogen wird, sondern der wegfliegende Hauptschirm als Hilfsschirm zur Öffnung der Reserve genutzt wird.
Glaubt man dem Hersteller ist der Skyhook wesentlich schneller beim Öffnen was bei niederen
Öffnungshöhen von grossem Vorteil sein kann.
Ob der Springer sich dieser Hilfsmittel bedient, liegt einzig und allein beim Springer selbst. Es
soll allerdings Sprungplätze geben, bei denen ein Öffnungsautomat Pflicht ist!